Strompreis: Alles hängt am Gas, nur mittags nicht

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Photovoltaik macht Strom billig, aber nur, solange die Sonne scheint. Im Mai 2026 kostete die Megawattstunde an der italienischen Strombörse mittags zwischen 11 und 15 Uhr im Schnitt 59 Euro, abends zwischen 18 und 22 Uhr 160 Euro, also mehr als das Zweieinhalbfache. Genau dann, wenn Solaranlagen am meisten liefern, ist ihr Strom am wenigsten wert. Laut meiner Prognose auf Basis des Terminmarkts wird das Verhältnis noch extremer: 2031 könnte Strom im April und Mai abends je nach Marktzone das 2,4- bis 7,3-Fache des Mittagspreises kosten. Zusätzliche Mittagsleistung bringt deshalb immer weniger, wertvoll ist Strom außerhalb der Mittagsstunden: Speicher verschieben ihn in den Abend, Tracker oder Module nach Osten und Westen erzeugen mehr am Morgen und am späten Nachmittag.

Die Prognose dahinter

Vorweg: Die Werte für 2027 bis 2031 sind eine Prognose. Sie beschreibt, was unter bestimmten Annahmen zu erwarten ist, und kann deutlich danebenliegen, vor allem wenn sich der Gasmarkt anders entwickelt als heute erwartet. Die Werte bis September 2026 sind dagegen gemessene Börsenpreise aus den genannten Quellen.

Mit KI erstellt: Das Rechenmodell hat Claude Opus 5.5 (Anthropic) gebaut. Geprüft und in sieben Runden abgenommen haben es GPT-5.5 (OpenAI, über Codex), Gemini 3.1 Pro (Google), Grok 4.7 (xAI), GLM-5.2 (Zhipu) und DeepSeek V4 Pro. Die Eingangsdaten stammen überwiegend aus öffentlichen Quellen: Strom- und Gaspreise der italienischen Börse GME seit 2019, Last- und Erzeugungsdaten von ENTSO-E, Solarprofile aus PVGIS und die Terminpreise der Energiebörse ICE Endex vom 1. Oktober 2026. Wie meine Texte allgemein entstehen, steht auf der Seite Über mich.

Rechtlicher Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Investitions-, Finanz-, Steuer- oder Rechtsberatung und keine Empfehlung, eine Solaranlage, einen Speicher oder einen Tracker zu bauen oder zu kaufen oder Strom zu einem bestimmten Preis zu verkaufen. Ich schreibe als Privatperson und bin kein zugelassener Berater. Die Prognosewerte sind Modellrechnungen, alle Angaben kostenlos bereitgestellt und ohne Gewähr für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität. Soweit gesetzlich zulässig, übernehme ich keine Haftung für Entscheidungen, die jemand auf dieser Grundlage trifft.

Warum Strom so teuer ist wie Gas

Am Day-Ahead-Markt der Strombörse bekommen alle Kraftwerke, die in einem Zeitabschnitt zum Zug kommen, denselben Preis ihrer Zone. Vereinfacht gesagt richtet er sich nach dem teuersten Angebot, das noch gebraucht wird, um die Nachfrage zu decken. Das nennt sich Merit Order. In Italien ist dieses letzte Kraftwerk meistens ein Gaskraftwerk: Laut der Regulierungsbehörde ARERA waren Gas-und-Dampf-Kraftwerke 2023 in 68 und 2024 in 71 Prozent der Stunden in mindestens einer Marktzone preisbestimmend.

Deshalb hängt der Strompreis am Gaspreis. Seit 2021 kostete Strom an der Börse im Monatsmittel das 2,3- bis 3,8-Fache des Gases, die beiden Kurven laufen nahezu parallel. Solarstrom ändert daran nur etwas, solange er Gaskraftwerke aus der Merit Order drängt, und das schafft er vor allem in den Stunden um Mittag.

Was Kriege mit dem Strompreis machen

Liniendiagramm: Monatsmittel des Strompreises PUN und des Gaspreises PSV in Euro je Megawattstunde, Januar 2019 bis September 2026. Beide Kurven steigen 2021 und 2022 stark, Spitze im August 2022 mit 543 Euro für Strom und 233 Euro für Gas, im September 2026 liegen sie bei 208 und 79 Euro.
Strom (PUN) und Gas (PSV) an der italienischen Börse GME, Monatsmittel in €/MWh

Zwei Kriege haben das vorgeführt. Gas war schon vor dem russischen Überfall auf die Ukraine teurer geworden: Im Januar 2021 kostete die Megawattstunde am italienischen Handelspunkt PSV im Schnitt 20 Euro, im Januar 2022 87 Euro. Nach dem Angriff vom 24. Februar 2022 stieg sie bis August auf 233 Euro, Strom kostete in diesem Monat im Schnitt 543 Euro.

Der Preisschub durch den Iran-Krieg 2026 war bisher kleiner, folgt aber demselben Muster. Im Februar 2026 kostete Gas 35 Euro und Strom 114 Euro. Anfang März stellte Katar seine Gasproduktion ein und die Straße von Hormus wurde blockiert. Seitdem lag Gas jeden Monat über dem Vorkriegsniveau, im September 2026 kostete es 79 Euro und Strom 208 Euro.

Wohin der Preis bis 2031 gehen dürfte

Säulendiagramm: Jahresmittel des Strompreises PUN in Euro je Megawattstunde, Ist 2019 bis 2025, Durchschnitt Januar bis September 2026 und Prognose 2027 bis 2031. Ist: 52, 39, 125, 304, 127, 109, 116, 145. Prognose Basisszenario: 154, 114, 101, 87, 89, mit Spannen zwischen billigem und teurem Gas.
Strompreis PUN in €/MWh: Jahresmittel bis 2025, Januar bis September 2026, danach Prognose mit Spanne der Gasszenarien

Die Terminpreise vom 1. Oktober 2026 rechnen damit, dass sich die Lage nach der Krise wieder normalisiert. Im Basisszenario, das auf diesen Preisen beruht, fällt der italienische Strompreis von 154 Euro je Megawattstunde 2027 auf 89 Euro 2031. Für 2031 gibt es Terminpreise nur für Januar bis August, die übrigen Monate ergänzt das Modell. Wie unsicher das ist, zeigen die Gasszenarien: 2029 liegt der Preis je nach Gas zwischen 73 und 124 Euro.

Mittags billig, abends teuer

Säulendiagramm: Strompreis in der Zone Nord im April und Mai, mittags gegen abends in Euro je Megawattstunde. 2026 Ist 70 gegen 158, Prognose 2027 81 gegen 178, 2029 49 gegen 110, 2031 41 gegen 97.
Zone Nord, April und Mai: Durchschnittspreis mittags (11–15 Uhr) und abends (18–22 Uhr) in €/MWh

Gleichzeitig wird Abendstrom im Verhältnis zum Mittag noch teurer, im Norden leicht, im Süden stark. In der Zone Nord, zu der Südtirol gehört, kostete Strom im April und Mai 2026 mittags im Schnitt 70 Euro und abends 158 Euro. Für 2031 rechnet das Modell dort mit 41 gegen 97 Euro, in Sizilien mit 13 gegen 98 Euro.

Was Solarstrom noch wert ist

Punktdiagramm: Capture-Rate fest montierter Solaranlagen je Marktzone, 2027 gegen 2031. Nord 0,79 auf 0,72, Mittelnord 0,82 auf 0,77, Mittelsüd 0,80 auf 0,75, Süd 0,75 auf 0,67, Kalabrien 0,75 auf 0,68, Sizilien 0,70 auf 0,57, Sardinien 0,75 auf 0,69.
Capture-Rate fest montierter Solaranlagen je Marktzone, Prognose 2027 und 2031

Die Capture-Rate setzt den Börsenpreis, den Solarstrom im Schnitt erzielt, ins Verhältnis zum durchschnittlichen Börsenpreis seiner Zone. Förderung und Vermarktungskosten sind darin nicht enthalten. Für fest montierte Anlagen sinkt sie laut Prognose zwischen 2027 und 2031 in allen sieben Zonen, im Norden von 0,79 auf 0,72, in Sizilien von 0,70 auf 0,57. Im Süden fällt sie schneller, weil dort überproportional viel gebaut wird und die Netze den Überschuss vorerst nicht abtransportieren können.

Den größten Einfluss haben laut Modell zwei Dinge: der Gaspreis und der Ausbau von Batteriespeichern im Netz. Ohne neue Speicher läge die Capture-Rate 2031 je nach Zone um 0,07 bis 0,11 Punkte tiefer. Negative Preise sind nicht eingerechnet, weil der italienische Day-Ahead-Preis bis Ende September 2026 nie unter null lag.

Quellen